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Trendbericht zur JAGD & HUND 2019

Noch mehr Fläche, noch mehr Aussteller, noch internationaler – erstmals ist 2019 auch die Veranstaltungsarena Westfalenhalle in die JAGD & HUND integriert. Damit präsentieren nun vom 29. Januar bis zum 3. Februar über 800 internationale Aussteller ihr umfangreiches Kauf- und Informationsangebot. Europas größte Jagdmesse ist ein Spiegel der Branche. Was tut sich in der Welt der Jagd, und welche Trends sind zu beobachten?

Die jagdliche Umweltbildung wird an schulischen und anderen pädagogischen Einrichtungen immer gefragter. Damit gewinnt die Bildungsinitiative „Lernort Natur“ weiter an Bedeutung. Eine DJV-Umfrage im Jahr 2018 hat gezeigt, dass die Zahl der pädagogisch tätigen Jägerinnen und Jäger in sechs Jahren um 80 Prozent gestiegen ist – mehr als 7.000 waren es 2017. Fast eine halbe Millionen Euro investierten die Jägerschaften für die Umweltbildungsarbeit. Seit 1991 bieten vom Deutschen Jagdverband (DJV) pädagogisch geschulte, ehrenamtlich tätige Verbandsmitglieder mit „Lernort Natur“ erlebnisreiche Reviergänge an. Dabei entdecken Kinder die Natur mit allen Sinnen und lernen, nachhaltig mit natürlichen Ressourcen umzugehen. „Lernort Natur“, ein anerkanntes Projekt der „Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“, wurde bereits zwei Mal von der UNESCO ausgezeichnet. Der DJV bildet laufend Jägerinnen und Jäger zu DJV-Naturpädagogen aus. Der Landesjagdverband NRW und engagierte ehrenamtliche Mitglieder stehen allen Interessierten zu „Lernort Natur“ auf der Messe Rede und Antwort.

Schnelle Informationsquellen gefragt
Die sozialen Medien halten unverändert stark Einzug in die traditionelle Welt der Jagd. Josef-Markus Bloch, Redaktionsleiter der Internetplattform www.jagderleben.de, bestätigt das: „Die großen Plattformen Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat und wie sie alle heißen haben von Anfang an auch die Grüne Zunft angezogen. Wer viel erlebt, der hat auch viel (mit-) zu teilen. Den großen Trends kann und will die Zielgruppe sich nicht verschließen.“

Derzeit werde vor allem von jüngeren Jägerinnen und Jägern gerade das Story-Format entdeckt und eifrig eingesetzt. Ursprünglich von Snapchat auf den Markt gebracht, wurde es nach und nach bei Instagram, WhatsApp und schließlich auch bei Facebook erfolgreich eingeführt.

Was dahinter steckt, verrät Bloch: „Das Story-Format bietet die Möglichkeit, kurzzeitig hohe Aufmerksamkeit zu generieren, ohne sich dauerhaft darum kümmern zu müssen. Denn nach 24 Stunden ist der „Spuk“ vorbei, die Inhalte sind nur mehr für den Autor der jeweiligen Story sichtbar.“ Um den Ansprüchen „Social-Media-affiner“ Besucher gerecht zu werden, gibt es auf der Messe in der Halle 8 die Jagd-Lounge. Namhafte Blogger und Influencer sind hier zu Gast. Vorträge, Instagram-Takeovers, geführte Rundgänge über die Messe, Verlosungen und vieles mehr erwarten die Besucher.

Jäger werden ist „in“
Diesen Trend der jüngeren Jäger-Generation und überhaupt die Mitgliederentwicklung im Verbandswesen hat freilich auch der DJV im Fokus: Ein Blick auf dessen aktuelle Statistik zeigt, dass der jagdliche Nachwuchs weiterhin zunimmt. In Jagdkursen stieg die Teilnehmerzahl von 11.100 (2011) auf 17.714 (2017). Das durchschnittliche Alter der „Azubis“ liegt bei jungen 35 Jahren. Anfang 2017 waren in Deutschland rund 383.300 Jäger registriert. Davon sind – mit weiterhin zunehmender Tendenz – bereits sieben Prozent Jägerinnen. In den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung sitzen heute im Schnitt bereits 24 Prozent Frauen. Das sind ein Fünftel mehr als 2011. Von der gesamten Jägerschaft sind 76 Prozent in einem Landesjagdverband (LJV) organisiert. Die meisten Jägerinnen und Jäger gab es Anfang 2017 mit 91.500 in Nordrhein-Westfalen und mit rund 60.000 in Niedersachsen.

Rekordstrecke beim Schwarzwild
Bei den Wildarten wachsen vor allem die Bestände von Schwarzwild, das aufgrund seiner Intelligenz bundesweit neue Lebensräume erobert. Damit verbunden sind durch sie verursachte Schäden in landwirtschaftlichen Feldfrüchten und auf Grünland. Dank des großen Einsatzes der Jägerschaft stiegen die Abschusszahlen 2017/18 nach ersten Hochrechnungen auf über 835.000 Wildschweine (plus 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Gaumenschmaus Wildbret hoch im Kurs
Einen weiteren Trend sieht der Jagdausrüster Grube in der Hinwendung zu hochwertigem Essen, besonders von Produkten aus der Region wie Wildbret. Eine schöne Bestätigung, dass sich der Bereich rund um Kulinarik und Wildbretzubereitung auf der JAGD & HUND in den vergangenen Jahren eines wachsenden Zuspruchs erfreut. Dieser erfreulichen Entwicklung folgt die Leitmesse ab 2019 mit dem neuen WILD FOOD FESTIVAL – ein Angebot für die Jägerschaft und Fans der feinen Wildbretküche.

Digitalisiertes Waffenregister
Ulrich Eichstädt
vom Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) verweist darauf, dass die zivile Waffenbranche in Deutschland 2019 vor der vielleicht größten Veränderung der letzten Jahrzehnte steht. Das Nationale Waffenregister (NWR), das seit 2013 in jedem EU-Land eingeführt werden musste, umfasst in Deutschland rund 5,4 Millionen legale Schusswaffen. In der sogenannten Phase II des NWR werden künftig die Bestände und alle Waffenbewegungen zwischen Hersteller, Handel und Kunden elektronisch verwaltet. Dies umfasst den Kauf, aber auch Verkauf, Reparaturen und Kommissionsware, die beim Waffenfachhändler angenommen wurde und dort lagert. Aktuell betrifft diese Digitalisierung nur Behörden, Waffenhersteller und -fachhändler. Für Jäger ändert sich bis auf die Vorgänge beim Fachhändler nichts Gravierendes, bestätigt Peter Beer, Inhaber vom JAGD & HUND-Aussteller Waffen Beer aus Kempten. Er ergänzt, dass Waffenbesitzer im System eine sogenannte persönliche Identifikations-Nummer (ID) erhalten, mit der sie selber zunächst aber nichts zu tun haben.

Gut gerüstet effektiver jagen
Hersteller, Groß- und Fachhändler sind sich einig, was die von Jägern am meisten gefragten Produkte bei der Ausrüstung sind: Schalldämpfer und Nachsichttechnik. Marketing-Expertin Nicole Heidemann von der RUAG Ammotec ergänzt, dass wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest und den vielerorts weiterhin zunehmenden Wildschweinbeständen Drückjagden ein immer heftigeres Thema sind. Da muss die Ausrüstung geeignet sein.

Das bestätigt aus der Sicht des Jagdausrüsters Grube dessen Marketingleiter Stefan Meier. Im Unternehmen registriert man eine starke Nachfrage nach allen Utensilien rund um die Schwarzwildjagd. Angefangen von der Nacht- und Infrarottechnik über zertifizierte Schutzhosen bis hin zur Material-Absicherung von eventuellen Fundorten toter Wildschweine und deren sicheren Abtransport. Prophylaxe ist der Jägerschaft im Interesse der Allgemeinheit wichtig.

Des Jägers bester Freund
Eine aktuelle Umfrage des DJV zeigt: Für Jäger ist „Jagd ohne Hund Schund!“ In zwei von drei Haushalten lebt mindestens ein Vierbeiner. Für Jäger sind ihre Hunde wichtige, unentbehrliche Jagdbegleiter und vollwertige Familienmitglieder zugleich. Besonders beliebt sind Vorstehhunde wie Deutsch-Kurzhaar und Deutsch-Drahthaar. Ebenso in der Beliebtheitsskala ganz oben zu finden sind die Dackel. Darauf folgen Apportierhunde und Terrier. In Deutschland gibt es mehrere Dutzend vom Jagdgebrauchshundverband (JGHV) anerkannte Rassen für ganz unterschiedliche Einsatzgebiete. Geprüfte Jagdgebrauchshunde sind bei der Jagd gesetzlich vorgeschrieben. Die Aus- und Weiterbildung sind daher Schwerpunktthemen des im März 2018 neu gewählten Präsidiums des JGHV, berichtet Vizepräsident Friedhelm Röttgen. Dazu sind für 2019 Seminare in der Vorbereitung.

Die Standortbestimmung des Verbandes sei an die Veränderungen im Jagd- und Jagdgebrauchshundewesen angepasst worden. Die Verbreitung von Wölfen in Deutschland halte die Führung von Jagdgebrauchshunden in Atem. An dem Stand des JGHV und an den Ständen der angeschlossenen Zuchtverbände können sich Besucher zu diesen Themen informieren oder die Jagdgebrauchshunde in den Hallen 3B, 4 und 8 in Aktion erleben.

Weitere Informationen:
JAGD & HUND
Internet: www.jagd-und-hund.de
Social Media: www.facebook.com/jagdundhund

WILD FOOD FESTIVAL
Internet: www.wildfoodfestival.de
Social Media: www.facebook.com/wildfoodfestival.dortmund

Medienkontakt:    
Westfalenhallen Dortmund GmbH  
Marketing- und Unternehmenskommunikation
Tel. 0231 / 12 04 - 556, Fax: - 724
E-Mail: Evelyn.Sabelek[at]westfalenhallen[dot]de

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