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Junge Jäger setzen Trends

Aktives Jagen beliebt – Sicherheitsprodukte und Hilfen zur Wildschweinbejagung stark gefragt

Europas größte Jagdmesse ist ein Spiegelbild der Jagdszene. Insofern lohnt vor dem Start der JAGD & HUND 2018 ein Blick auf Trends bei Produkten und Techniken. Was ist auf dem Markt und in den Revieren angesagt und wird Thema an den Ständen und in den Gesprächen von Ausstellern und Besuchern sein?

Die Sozialen Netzwerke halten verstärkt Einzug in die traditionelle Welt der Jagd. Das Interesse an klassischen Medien verschiebt sich bei Jägerinnen und Jägern in der Altersklasse bis zum 35. Lebensjahr. Die junge Generation kommuniziert sehr intensiv auf Plattformen wie Facebook, Instagram und diversen Jagdblogs oder stellt sich mit Filmen auf YouTube dar. Über 80 Prozent der User seien männlich, weiß Agnes Langkau, eine junge Jägerin und Redakteurin. Sie betreut den Bereich Social Media des Jagdmagazins WILD UND HUND. Die jungen Jäger bevorzugen aktives Jagen wie Lock- und Drückjagd oder Pirschen. Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse, Produkttests werden über bewegte Bilder in Filmclips und „Erklär-Videos“ weitergegeben.

Passend dazu die Informationen des Deutschen Jagdverbandes (DJV):  Ein Blick auf dessen Statistik zeigt, dass der jagdliche Nachwuchs zunimmt. In Jagdkursen stieg die Teilnehmerzahl von 11.100 (2011) auf 16.997 (2016) Das sind 53 Prozent mehr in sechs Jahren. Anfang 2017 waren in Deutschland rund 383.300 Jäger registriert. Von der gesamten Jägerschaft sind über drei Viertel in einem Landesjagdverband (LJV) organisiert. Die meisten Jägerinnen und Jäger gab es Anfang 2017 mit 91.500 in Nordrhein-Westfalen und mit rund 60.000 in Niedersachsen.
 
Bestände und Ausrüstung zur Bejagung
Bei den bejagbaren Wildarten wachsen vor allem die Bestände von Schwarzwild. Die intelligenten Wildtiere erobern bundesweit neue Lebensräume. Damit verbunden sind durch sie verursachte Schäden in landwirtschaftlichen Feldfrüchten und auf Grünland. Dank des großen Einsatzes der Jägerschaft steigen die Abschusszahlen (2016/17: 589.500, das sind  105 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor).

Die Jagdstatistik weist seit Jahren eine immer geringer werdende Strecke bei Hasen, Kaninchen und Fasanen aus. Zu den zahlreichen Gründen der teils dramatisch abnehmenden Niederwildbesätze zählen ungünstiges Wetter zur Aufzuchtzeit der Jungtiere, Krankheiten, intensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen, zu wenig Brach- und Blühflächen oder auch der Rückgang von Insekten. Die Jägerschaft zeigt Verantwortung, indem sie die Lebensräume der Wildtiere verbessert und Prädatoren wie Füchse, Marder, Waschbären oder auch Rabenvögel gemäß der jeweiligen Landesgesetzgebungen bejagt.

Dagegen nehmen vielerorts die Populationen von Wildgänsen und Rabenvögeln oder auch von nicht heimischen Arten wie Waschbär und Marderhund deutlich zu. Den Jägerinnen und Jägern bieten sich damit andere spannende Betätigungsfelder. Vor allem die Lock- und Reizjagd will erlernt sein, um Beute zu machen. Ergänzend müssen Ausrüstung und Bekleidung optimiert werden. Davon profitieren die Großhändler, die Hersteller von Waffen, Optik, Munition und die für Lockjagd-Bedarf und schließlich die Fachhändler. Online-Shops verzeichnen deutlichen Zuspruch in der Jägerschaft. Volker Sonntag, Einkäufer / Verkäufer beim Großhandelsunternehmen Manfred Alberts bestätigt, dass Produkte zielgerichtet für die verschiedenen Jagdarten angeschafft werden. So beispielsweise Tarnkleidung in Camouflage, Selbstladeflinten, Wildtier-Attrappen oder Lockinstrumente. Marketing-Expertin Nicole Heidemann von der RUAG Ammotec weist darauf hin, dass die Nachfrage bei Schalldämpfern weiter zunimmt, nachdem mehr und mehr Bundesländer deren Verwendung genehmigen. Aus dem Hause Grube | Kettner hebt Stefan Meier, Unternehmenskommunikation, als Trendthema die Sicherheit auf der Jagd hervor. Dazu gehören Warnkleidung, Spezialschuhe, registrierungsfreie Ortungs- und Kommunikationsgeräte oder auch GPS-Rettungs-Systeme und Hilfe-Apps. Wegen der intensiven Wildschweinbejagung liegen Büchsen, Nachtsichttechnik und Bekleidung für die Drückjagd sowie Sauenschutzhosen voll im Trend, berichtet AKAH-Geschäftsführer Manfred Kind. Verkaufsexperte Franz Brockmann von Alljagd bestätigt, dass es wegen der intensiven Schwarzwildbejagung bei Nachtsichtoptik und Wärmebildkameras eine enorme Nachfrage gebe.

Waffen und Optik
In den vergangenen Jahren habe die deutsche Jagd- und Sportwaffenbranche aufgrund des Waffenembargos gegenüber Russland einen erheblichen Rückgang der Außenhandelswerte verzeichnen müssen, teilt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbandes der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) mit. Im Jahr 2016 habe dieser Trend erstmals wieder gestoppt werden können. Bedingt durch das derzeit „schwächelnde“ US-Geschäft sei für 2017 aber mit keiner weiteren Stabilisierung zu rechnen.
 
Zu den „trendigen“ Produkten und zu vielem mehr können sich die Messebesucher an den Ständen der in der Sonderschau Jagd- und Sportwaffen / Optik vertretenen Unternehmen informieren. 2018 zeigt die bei den Besuchern beliebte Sonderschau mit einem deutlichen Flächenzuwachs auf über 1200 Quadratmetern wieder ein breites Angebot von über 20 führenden deutschen und internationalen Unternehmen. Bewährte und neue Produkte rund um Jagd und Sportschießen bieten Manfred Alberts, J. G. Anschütz, Blaser, Browning, C.G. Haenel, Hubertus, Jakele Jagd + Natur, H. Krieghoff, Mauser, Merkel, J.P. Sauer & Sohn, SIG Sauer, Umarex, Weihrauch & Weihrauch. Im Bereich Optik sind vertreten: Swarovski Optik, Schmidt & Bender, Leica, Vixen Europe, Minox, Carl Zeiss Sports Optics. Darüber hinaus stehen der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) und der Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und -munition (JSM) sowie das Forum Waffenrecht vor Ort für Fachfragen und Informationen zur Verfügung.

Ingo Meinhard, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB), bestätigt, dass das Jahr 2017 für die Mitglieder des VDB ein erfolgreiches war. Die Turbulenzen aus 2016 in Bezug auf den „Run“ auf freie Abwehrmittel hätten sich vollständig beruhigt und auf einem ordentlichen Niveau eingependelt. Hier haben die Fachhändler gut beraten.

Nachfrage nach Jagdhunden ungebrochen
Das deutsche Jagdgebrauchshundewesen mit seinem Zucht- und Prüfungswesen hat international einen ausgezeichneten Ruf und hohen Stellenwert, stellt Jan Schafberg als Geschäftsführer des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) heraus. Die Nachfrage nach deutschen Jagdhunderassen aber auch dem deutschen Prüfungssystem als Grundlage dieser Leistungsfähigkeit ist ungebrochen. Wenngleich die Jägerinnen und Jäger sich auf Veränderungen in der Landwirtschaft, der Kulturlandschaft und den jagdlichen Herausforderungen einstellen müssen, bleibt die Forderung nach jagdlich brauchbaren Hunden bestehen. Derzeit überarbeitet der JGHV seine Standortbestimmung und wird einen breit angelegten Dialog darüber führen.

Entwicklung der Revierpacht
„Die Situation auf dem Pachtmarkt hat sich nach meiner Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert“, sagt Rechtsanwalt Jürgen Reh, Geschäftsführer des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE). Die Reviere in NRW seien auch weiterhin grundsätzlich an den Jäger zu bringen. Die Deckelung des Wildschadens in Revieren mit Schwarzwildvorkommen sei bei den Pachtvertragsverhandlungen häufig ein Thema. Dazu Reh: „Es hängt im Einzelfall dann davon ab, wie sich Angebot und Nachfrage darstellen. In der Regel erhalten die Pächter den Zuschlag, die den Wildschaden ungedeckelt übernehmen.“

Auch Niederwildreviere seien grundsätzlich zu verpachten, berichtet der VJE-Geschäftsführer. Wenn auch in vielen Revieren der Besatz an Hasen und Fasanen deutlich zurückgegangen sei, so würden diese Reviere gleichwohl in aller Regel noch über einen entsprechenden Rehwildbestand verfügen. In den vergangenen Jahren habe sich der Rückgang von Hase und Fasan natürlich auf den Pachtpreis bei der Wiederverpachtung ausgewirkt. Auch käme es auf die jeweiligen Revierverhältnisse und die Lage des Reviers an.

Für Hochwildreviere könne man keine Pachtpreisrückgänge feststellen. Die Schalenwilddichten sind in vielen Revieren sehr hoch, daher gebe es keine Einschränkungen des Jagdwerts. Niedrige Pachtpreise würden in aller Regel für Reviere mit Stadtrandlage vereinbart werden, da dort das Störungspotential für die Jagd insbesondere durch Spaziergänger und freilaufende Hunde sehr hoch sei.

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